


Geschichte der Osteopathie
Im August des Jahres 1824 wurde im amerikanischen Mittelwesten (Kirksville - Missouri) Andrew Taylor Still geboren. Er war ein Arzt mit überdurchschnittlich entwickeltem Tastsinn und einem vorzüglichen Beobachtungsvermögen. Sein wacher Sinn für die Bewegungsmechanik und seine oben erwähnten Gaben brachten es zuwege, dass Dr. A.T. Still, der zunächst nur beabsichtigte, Knochen in ihre richtige Position zu bringen, von dieser Positionierung aus weiter entfernt liegende Krankheiten beeinflussen konnte. Schon damals sah er die Bedeutung einer ganzheitlichen Sicht und die gegenseitige Abhängigkeit verschiedener Systeme innerhalb des Menschen. In Kirksville, gründete er 1892 "The American School of Osteopathy". Seit dieser Zeit hat sich die Osteopathie ständig weiterentwickelt und sich den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst.
Osteopathie und Chiropraktik
Ein Mitstreiter auf dem Wege A.T.Stills war ein gewisser H.D. Palmer. Nach einem grossen Streit brach beider Freundschaft auseinander, und Palmer machte ein Konkurrenzunternehmen auf, welches er Chiropraktik nannte. Still behandelte jedes Gelenk. Bei ihm fing der Mensch beim Schädel an und hörte bei den Zehenspitze auf. Palmer fasste sich etwas kürzer. Er glaubte, dass lediglich die Wirbelsäule der Betrachtung wert sei und dass von dort aus alles behandelt werden könnte. Es war klar, dass A.T.Still da nicht mitkonnte, weil das sein ureigenstes Konzept erschütterte. Das Endergebnis ist dass beide Richtungen doch bemerkenswerte Heilerfolge aufzuweisen haben.
Grundlagen der Osteopathie
1. Der Körper ist eine funktionelle Einheit. Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit. Der menschliche Organismus entwickelt eine konstante Wechselwirkung mit seiner Umgebung.
2. Die Struktur und die Funktion sind wechselseitig abhängig. So besitzen die Muskeln die Funktion der Mobilität und die Knochen haben die Aufgabe zu stützen. Eine Veränderung der Struktur hat zwangsläufig eine Veränderung der Funktion zur Folge.
3. Autoregulation oder Selbstheilung. Der Körper besitzt selbstregulierende Mechanismen, die imstande sind Krankheiten zu überwinden. Die osteopathische Behandlung soll dem Körper lediglich den Impuls zur Wiederherstellung dieser Autoregulation geben.
Die Osteopathische Behandlung
Der Behandlung geht eine ausführliche Untersuchung voraus. Zusätzlich werden Gewebe mit verminderter Beweglichkeit und erhöhter Spannung ertastet. Der Osteopath sollte durch seine fundierte Kenntnis und seine praktische Ausbildung in der Lage sein, die minimalsten Bewegungseinschränkungen im Körper zu fühlen und zu interpretieren. Ausgehend von den folgenden drei Aspekten sucht er nach der primären Ursache der Beschwerden:
Muskulo - skelettaler Aspekt: der Bewegungsapparat, bestehend aus Knochen, Muskeln, Sehnen, Gelenke usw.)
Viszeraler Aspekt:
die inneren Organe mit ihren Blut- und Lymphgefässen und den entsprechenden Anteilen des Nervensystems. Kranio - sakraler Aspekt : der Schädel, die Wirbelsäule, Hirnflüssigkeit, Hirnhäute sowie Nervensystem und dessen Funktion.
Bei seiner Tätigkeit berücksichtigt der Osteopath alle drei bisher aufgeführten Aspekte. Die Harmonie zwischen den Systemen ist dabei von ganz grosser Bedeutung. Die Behandlung ist völlig manuell und ausgerichtet auf die Wiederherstellung von ausgeglichener Gewebespannung und Mobilität. Wodurch die Selbstregulation des gesamten Organismus wiederhergestellt wird.